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Als Revolvermänner bezeichnete man die Personen, die fast ihr ganzes Leben immer wieder in Duelle verwickelt wurden, daraus immer als Sieger hervorgingen, und dadurch eine gewisse Berühmtheit erlangten.
Diese Revolvermänner, die man auch Revolverkämpfer nannte, übten entweder den Beruf des Polizisten aus, wie z. B. Wild Bill Hickok oder
Bad Masterson, oder sie standen auf der anderen Seite des Gesetzes und waren Banditen oder Outlaws wie z. B. John Wesley Hardin oder Billy the Kid. Andere wiederum waren Gerechtigkeitsfanatiker wie Clay Allison, oder schlicht und einfach Killer wie Bill Longley oder Ben Thompson.
Jeden Tag mussten die Revolvermänner damit rechnen getötet zu werden. Sie waren berühmt, und es gab immer wieder Gegner, die erpicht darauf waren, diese "Berühmtheit" zu besiegen. Es kam öfter vor, dass diese Gegner es dann mit der Fairness nicht so genau nahmen. Aus diesem Grunde gab es eine wichtige Überlebensregel der Revolvermänner: Sitze niemals mit dem Rücken zur Tür! Diese Überlebensregel hatte z. B. John Wesley Hardin für einen kurzen Moment missachtet. So wurde er am 19. August 1895 in einem Saloon von Old John Selman hinterrücks erschossen.
Viele zeitgenössische Berichte sprechen davon, dass die Revolvermänner schnell ziehen und treffsicher schießen konnten. Das stimmt zwar, aber "schnelles ziehen und treffsicheres schießen" sind relative Begriffe. Duelle, bei denen sich die Gegner im Abstand von 20 bis 30 Meter gegenüberstanden, mit tief sitzenden Colts, und wo im Bruchteil einer Sekunde entschieden wurde, wer als Sieger hervorging, gab es zu der Zeit nicht.
Fortsetzung Seite 2
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Die meisten bekannten Revolvermänner hatten noch Perkussions-Revolver. Hierbei musste jede einzelne Kammer in der Trommel mit Schwarzpulver aus der Pulverflasche gefüllt werden, dann wurden diese Kammern mit einem Verdämpfungspfropfen und mit Bleikugeln geladen.
Schließlich wurden die Zündpistons mit Zündhütchen versehen. Es gab allerdings auch Papierpatronen, in denen Kugel, Pulver und Pfropfen vereint waren. Dennoch war das Nachladen ein umständliches Unterfangen. Anfangs waren die Waffen noch relativ empfindlich gegen Feuchtigkeit. Aus diesem Grunde gab es auch keine tiefhängenden Holster, bei denen Griff, Abzugsbügel und Hahn des Revolvers frei zugänglich waren. Diese sind erst lange nach der Jahrhundertwende eingeführt worden. Vielmehr trugen die Revolvermänner ihre Waffen hoch an der Hüfte im Hosenbund oder im Schulterholster.
Es gab zwar schon qualitativ gute Revolver wie z. B. von Samuel Colt, Remington und Smith & Wesson. Diese waren aber sehr teuer und nicht jeder konnte sich diese Waffen leisten. Berühmte Revolvermänner wie John Wesley Hardin oder Wild Bill Hickok besaßen solche Revolver. Dennoch lag der Grund ihrer erfolgreichen Duelle einfach darin, dass sie diese in sehr kurzer Distanz von 5 bis 10 Meter geführt und niemals gegen gleichwertige Gegner gekämpft haben.
Bei vielen anderen Revolvern ließ die Qualität aber zu wünschen übrig. Sie waren aus minderwertigen Stahl hergestellt und sehr ungenau konstruiert. Der Spalt zwischen Trommel und Lauf betrug oft mindestens einen halben Millimeter. Dadurch ging der Gasdruck und damit auch die Energie schon an der Seite des Revolvers verloren. Das wirkte sich wiederum auf die Flugbahn und Reichweite der Kugeln aus. Konstruktionstoleranzen, Schwarzpulver- und Bleirückstände im Lauf, Rost und Feuchtigkeit führten zu haarsträubenden Fehlschüssen.
 Ben Thompson
Vom Revolvermann Ben Thompson, seinem Leben, seinen Duellen, und seinem Treppensturz mit King Fisher, bei dem beide den Tod fanden.
 Bill Longley
Vom Mörder Bill Longley, dem das Töten scheinbar Spaß machte. Von seinen vielen Morden, und seinen Haß auf alle freien Schwarzen.
 Clay Allison
Der Mann, der nackt durch die Straßen zog, um zu provozieren. Der Gerechtigkeitsfanatiker, der viele "kleine Sünder" mit Hilfe seiner Revolver belehrte. Der Revolvermann, der nicht durch eine Kugel starb.
Fortsetzung Seite 3
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 Curly Bill Brocius
Vom Revolvermann Curly Bill Brocius, der keinen besonderen Grund benötigte, jemanden zu töten. Von seinem Leben, seinen Morden, und seinem tödlichem Ende durch Wyatt Earp.
 Doc Holliday
Der Zahnarzt, der seine Leidenschaft für das Glückspiel entdeckte, und damit unweigerlich zum Revolvermann wurde. Von seinem Leben, seinen Duellen und seinem Kampf gegen die Clanton-Brüder am OK Corral.
 John Wesley Hardin
Der Mann, der die goldene Regel missachtete, nur mit dem Rücken zur Wand zu sitzen, und dabei durch einen feigen Mörder den Tod fand.
 John Ringo
Vom Revolvermann John Ringo und seiner Freundschaft mit der Clanton-Familie. Von seinem Leben, und von seinem Tod unter einem Eichenbaum in Sulphur Springs Valley, Arizona.
 Luke Short
Von Luke Short und seinem Long Branch Saloon in Dodge City, und vom berühmten "Pianokrieg", der dort stattfand.
 Wild Bill Hickok
Vom Revolvermann, Marshal und Spieler Wild Bill Hickok, der in 10 Jahren 43 Männer erschossen haben soll.
 Wyatt Earp
Von Wyatt Earp und seiner Familie, und von seiner erfolglosen Bemühung, irgendwo Sheriff zu werden. Von seiner Freundschaft mit Doc Holliday, und seinem berühmten Duell gegen die Clanton-Brüder am OK Corral.

Aufbruch in den Westen/
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© 2000-2003, by Manfred Schmetkamp
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