Zu den effektivsten Waffen der Indianer in ganz Nordamerika zählte der Pfeil und Bogen. Die Art und Weise, wie und aus welchem Material der Bogen hergestellt wurde, war unterschiedlich. So gab es Flachbögen, die mit Hanfschnüren, Pflanzenfasern oder Tiersehnen bespannt waren. Je nach Länge der Bögen hatten die Pfeile eine Reichweite bis zu 140 Meter. Manchmal wurden die Flachhölzer auch mit aufgeleimten Bisonsehnen verstärkt. Dadurch konnte die Reichweite nochmals um 30 Meter erhöht werden. Außerdem gab es Bögen, die aus Knochen- und Hornstücken zusammengesetzt wurden. Mit einem solchen Bogen konnte eine Reichweite von 200 Meter erzielt werden.


Je nach Region hatten die Bögen, die zum Schutz und zur Verzierung oft mit Fell umwickelt waren, eine Länge von 1,30 bis 2,00 Meter. Der Pfeilschaft wurde vorwiegend aus Hartholz oder Schilfrohr gefertigt. Das Material der Pfeilspitze war von Stamm zu Stamm verschieden. Je nach Vorkommen wurden Knochen, Horn, Steine oder Eisen verwendet. Die Spitze wurde meisten mit Widerhaken versehen und bei Kriegspfeilen waren sie am Schaft so befestigt, dass sie beim Herausziehen in der Wunde stecken blieben. Während die Pfeile in Köchern aufbewahrt wurden, die aus Rohleder gefertigt waren, steckte man die Bögen in Felle oder Tierbälge.


Pfeil und Bogen wurden noch lange nach Einführung der Feuerwaffen von den Indianern benutzt. Das lag zunächst an der schnellen Schussfolge, die man mit dieser Waffen erzielen konnte. Während Vorderlader umständlich nachgeladen werden mussten, konnten zwei Pfeile in drei Sekunden treffsicher abgefeuert werden. Diese erreichten dann eine Durchschlagskraft, die manchmal höher war, als die einer Kugel. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängte das Repetiergewehr jedoch den Bogen. Dennoch wurde er von den Indianer nie ganz ausgemustert, da er neben der schnellen Schussfolge noch einen weiteren Vorteil besaß: Seine Lautlosigkeit. Noch im Jahre 1866 prasselten ca. 40000 Pfeile auf Captains Fettermanns Kompanie nieder, als dieser aus Fort Phil Kearny ausrückte, um eine Gruppe Holzfäller zu befreien. Die 40-minütige Schlacht war für Captain Fettermann und seiner Kompanie ein Desaster.



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