Eine Nahkampf- und Jagdwaffe, die vorwiegend zum Stoß verwendet wurde, war die Lanze. Die Indianer der Nordwestküste und der Arktis benutzen sie zur Jagd auf Meerestiere, andere Kulturen erlegten damit Bären, Büffel und anderes Wild. Die Indianer des Südostens und Südwestens, sowie die Plains- und Prärieindianer verwendeten sie vorwiegend als Kriegswaffe. Die Lanze hatte aber auch eine symbolische Bedeutung. Bei den Indianern der Plains und Prärien bestand jede Streitmacht aus mehrere Kriegerbünde, die im Krieg jeweils darum bemüht waren, den Feind als erstes zu besiegen. Im Frieden führten sie Wettkämpfe untereinander aus, um sich als bester Kriegerbund des Stammes zu beweisen. Jeder Bund hatte einen Anführer, der die Lanze beim Kampf als wichtiges Symbol seines Kriegerbundes mit sich führte. Der Schaft dieser Waffe wurde oft mit Fell umwickelt oder mit Symbolen bemalt. Auch Federn wurde häufig für die Verzierung benutzt. Bei einigen Zeremonienwaffen war das obere Ende auch gekrümmt wie ein Hirtenstab. Die Spitze der Lanze bestand in der Anfangszeit aus Stein, später wurde Eisen verwendet. Messerklingen, Degenspitzen oder Bajonette wurden ebenfalls gerne benutzt.


Während die Lanze mehr eine Stoß- als eine Wurfwaffe war, wurde der Speer für beides verwendet. Ursprünglich bestand er nur aus einem Holzstab, der oben zugespitzt wurde. Erst später benutzten die Indianer Steine oder Knochen als Spitze, die häufig mit Widerhaken oder Zacken versehen wurden. Zwar wurden manchmal auch Speere verziert, und dienten damit als Symbol für bestimmte zeremonielle Anlässe, in den meisten Fällen wurden sie aber als Gebrauchswaffe verwendet. Um die Wurfkraft und die Reichweite zu erhöhen, benutzten einige Völker (Eskimos, Puebloindianer) so genannte Speerschleudern. Hierbei wurde der Speer in ein schmales Brett gelegt, das als verlängerter Unterarm diente. Schleuderte man nun das Brett nach vorne, wurde der Speer heraus katapultiert.

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