Der Wilde Westen
Die Häuptlinge
Black Kettle
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Black Kettle (Schwarzkessel), sein indianischer Name war Moxtaveto, wurde um 1803 geboren. Er war Häuptling der Cheyenne. Black Kettle war zusammen mit White Antilope einer der wenigen Häuptlinge, die es vorzogen, Frieden mit dem weißen Mann zu schließen, Black Kettle John Evens und die sich nie etwas vom Krieg versprochen haben. So akzeptierten sie im Jahre 1861 den Bruch eines Vertrages von 1851. Durch diesen Vertrag wurde den Cheyenne und den Arapaho ursprünglich die Jagdgründe garantiert, durch die nun eine Reiseroute von Kansas nach Colorado führte. Anschließend gingen sie nach Washington, um sich mit Präsident Lincoln zu treffen. Dieser überreichte Black Kettle eine amerikanische Flagge, und White Antilope einen Friedensorden. Jedoch nicht alle Indianer-Häuptlinge stimmten diesem Vertragsbruch zu. Während einige nach Norden ins Powder-River-Land zogen, um sich dort mit den nördlichen Cheyenne zu verbünden, wandte sich Black Kettle mit ca. vierhundert Anhängern südlich des Akansas-River. Als es aber im Jahre 1864 zwischen US-Truppen und Indianern zu kleinen Gefechten kam, vermehrten sich die Gerüchte um einen Indianerkrieg. Daraufhin ging Black Kettle nach Denver und traf sich dort mit dem Gouverneur John Evans und dem Militärbefehlshaber, Colonel John Chivington, denen er erklärte, dass er den Weißen Mann nicht zum Feind haben will, und das es ihm nur um eins geht: um Frieden. Beide sagten ihm zu, dass er mit seinem Volk in der Nähe von Fort Lyon im südöstlichen Colorado das Lager aufschlagen kann, und das sie dort sicher sein werden.

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So zog Black Kettle in die vermeintliche Sicherheit zum Sand Creek, ca. 65 Kilometer nordöstlich von Fort Lyon. John Chivington Am 27. November traf Colonel John Chivington jedoch mit seinem 3. Colorado Regiment in Fort Lyon ein, mit der Absicht, die Cheyenne zu überfallen. Dieser Mann, der für die Sicherheit der Cheyenne garantierte, befahl seinen Soldaten, keine Gefangenen zu machen und alle - ob jung oder alt - zu töten. Einen Tag später brach er dann mit seinen 700 Mann auf zum Sand Creek. In dem Lager von Black Kettle befanden sich ca. 600 Indianer, meist Frauen und Kinder, da sich die Männer auf Büffeljagd befanden. Als Colonel John Chivington und seine Männer das Dorf am morgen des 29. November 1864 angriffen, hisste Black Kettle die Flagge der Vereinigten Staaten, die er von Präsident Lincoln geschenkt bekam, und zusätzlich noch eine weiße Flagge, als Zeichen dafür, dass die Bewohner des Dorfes keine feindliche Absicht haben. Dann forderte er sein Volk auf, sich um diese Flaggen zu stellen, denn man hatte ihm gesagt, sie seien jedem Soldat heilig, und jede Armee würde dieses Zeichen des Friedens respektieren.

Das Massaker am Sand Creec
Das Massaker am Sand Creek

Als Colonel Chivingtons Männer das Dorf erreichten, missachteten sie jedoch das Sternenbanner und die weiße Flagge. Erbarmungslos metzelten sie alles nieder, was ihnen im Weg stand. Frauen, Kinder, Säuglinge und alte Menschen. Sie skalpierten, vergewaltigen, verstümmelten. Die Brutalität, die Chivingtons Männer zu Tage legten, stellte bis dahin alles in den Schatten, was es in den Indianerkriegen gegeben hatte. White Antilope hatte Angesichtes dieses brutalen Überfalls mit seinem Leben abgeschlossen. Mit verschränkten Armen stand er vor seinem Zelt, seinen Friedensorden um den Hals und sang ein Totenlied. Bald darauf wurde er erschossen.

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Black Kettle floh mit seiner Frau zum Bachbett, um sich dort zu verstecken. Seine Frau wurde jedoch von mehreren Kugeln getroffen. In der Annahme sie sei tot, ließ er sie liegen und rannte weiter.

Am Abend, als die Menschen aus ihren Verstecken kamen, konnte Black Kettle zu seiner Erleichterung feststellen, dass seine Frau wie durch ein Wunder überlebt hatte. 170 Indianer jedoch fielen Chivingtons Männern zum Opfer. Die Überlebenden flüchteten in das über 80 Kilometer entfernte Jagdlager der Cheyenne, die sich die ganze Zeit über gegen Frieden und für einen Widerstand ausgesprochen hatten. Dort wurden sie mit Kleidung und Essen versorgt.

Nach diesem Massaker vereinten sich mehrere Stämme, die durch Überfälle auf Poststationen und Wagenkolonnen Rache übten. Trotz dieses Verrats unterschrieb Black Kettle am 14. Oktober 1865 im Namen der südlichen Cheyenne einen Vertrag mit der Regierung.

Mit diesem Vertrag erklärte er sich einverstanden, sämtliche Rechte auf das Indianerland im Territorium Colorado aufzugeben. Zwei Jahre später - am 16. Oktober 1867 - handelte er am Medicine Lodge Creek ein Friedensabkommen aus, in dem er sich dazu verpflichtet in einem Reservat des Staates Oklahoma zu leben. Als Gegenleistung sollte er und sein Volk Nahrung, Kleidung und Unterkünfte bekommen.

Im Spätherbst des Jahres 1868 schlug er dann sein Winterlager am Washita River auf. Viele junge Männer hatten ihn jedoch George Armstrong Custer verlassen und sich den indianischen Widerstandskämpfer angeschlossen. Am 27. November 1868 sollte sich jedoch zeigen, dass der Vertrag von Mecicine Lodge Creek wertlos war. Am Morgen dieses Tages griff die 7. Kavallerie unter der Führung von Lieutenant Colonel Custer das Dorf am Washita River an. Auch hier wurden flüchtende Männer, Frauen und Kinder niedergemetzelt. Black Kettle und seine Frau wurden gleich zu Beginn des Überfalls von tödlichen Kugeln getroffen, als er den Washita River überqueren wollte. Sein Eintreten für Frieden und Freiheit und sein ständiger Glaube an das Gute, hat vielen Menschen seines Volkes das leben gekostet. Zweimal wurde er bitter enttäuscht, und beim zweitenmal mussten er und seine Frau für seine Bestrebungen selber mit dem Leben bezahlen.

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