Der Wilde Westen
Banden und Banditen
Die Reno Bande
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Es war der 6. Oktober 1866. An diesem Tage sprangen John und Simeon Reno und Franklin Sparks auf den fahrenden Zug Bandit der Ohio & Mississippi-Eisenbahn und stürmten den Postwaggon der Adams-Express-Company. Nachdem sie den Schaffner niederschlugen, warfen sie den relativ leichten Tresor aus dem Waggon. Danach sprangen sie wieder ab und brachen anschließend den Tresor auf. Der erste Überfall auf eine Eisenbahn hat sich aus der Sicht der Räuber gelohnt. In dem Tresor befanden sich ca. 15.000 $. Mit dieser Methode haben bis zur Jahrhundertwende noch viele Banden Züge überfallen. Gleichzeitig mit dem ersten Überfall wurde zum ersten Mal die sogenannte Pinkerton-Detektiv-Agentur für die Ergreifung der Täter beauftragt.

Während die Reno-Bande in den folgenden zwei Jahren weitere Überfälle auf Züge und Banken unternahmen, und dabei insgesamt ca. 145.000 $ erbeutete, blieben die Pinkerton-Detektive der Bande auf den Fersen. Am 18.01.1868 nahmen sie den Anführer John Reno fest. Knapp vier Monate später erwischten die Detektive drei weitere Reno-Brüder (William, Simeon, und Frank Reno), sowie vier Bandenmitglieder. Als andere Pinkerton-Detektive drei Banditen - unter ihnen Franklin Sparks - zum nächsten Gefängnis bringen wollten, hielten so genannte Vigilanten den Zug an und hängten die Banditen am nächsten Telegrafenmast auf. Daraufhin eröffneten die restlichen Bandenmitglieder einen regelrechten Rachefeldzug gegen die Vigilanten, in dem sie in der Folgezeit Reisende überfielen und ermordeten. Am 11. Dezember 1868 fuhr der Zug der Jefferson-, Madison & Indianapolis Bahn im Bahnhof von New-Albany ein. Vermummte Männer - wieder handelte es sich um Vigilanten - stiegen aus dem Zug, bewaffnet mit Schrotflinten und Colts, und marschierten zum Gefängnis.

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Banden und Banditen
Die Reno Bande
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Sie holten Frank und Simenon Reno, sowie Charlie Anderson aus den Zellen und herhängten sie an einem Eisenträger. Daraufhin gingen die Männer zum Bahnhof zurück und fuhren mit dem Zug davon. Das war die "Blutnacht von New Albany".

Das vermummte Auftreten der Vigilanten war eine Besonderheit, da sie normalerweise öffentlich hervortraten, ein ordentliches Verfahren vollzogen und Urteile aussprachen. Außerdem traten sie nur dann auf, wenn Gerichte und Polizei nicht funktionierten, was in New Albany nicht der Fall war. Später stellte sich daher heraus, dass die Eisenbahngesellschaften hinter dieser Lynch-Justiz steckte. Danach machten sich auch andere Gesellschaften wie Versicherungen, Bergwerke und Transportunternehmen diese Praxis zu Eigen.

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