![]() ![]() Mitte der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts gab es kaum noch wilde Rinder, so dass es sich nicht mehr lohnte, sie
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![]() Eine Auseinandersetzung zwischen den Landsuchenden und den Landbesitzern war jetzt nicht mehr zu vermeiden. Man versuchte zwar zunächst die Streitigkeiten vor den Gerichten zu klären, als die Dürre aber schlimmer wurde, setzte sich immer mehr das Faustrecht durch. Zu den Landsuchenden, zu denen Farmer und Kleinrancher gehörten, gesellten sich aber auch Cowboys, die durch den Stacheldraht ihre Existenz bedroht sahen, da dieser sie überflüssig machen würde. Auch Viehdiebe waren von dieser neuen Erfinden nicht gerade begeistert, da die Ausführung ihrer "Arbeit" dadurch erheblich erschwert wurde. Selbst bei manchen Stadtbewohnern und Bewohnern von Siedlungen war der Stacheldrahtzaun verhasst. Der Grund war der, dass einige Rancher mit ihren Zäunen quasi ganze Ortschaften von der Außenwelt abschnitten. Verwaltungsgebäude waren nicht, oder nur schwer zu erreichen und Poststraßen wurden blockiert. Es gab einige Rancher, die zuerst freie Weiden durch ihr Vieh abgrasen ließen, bevor sie es dann auf ihr eigenes, wohlbehütete Gebiet trieben. Das die Landsuchenden und deren Anhänger bei solchen Unverschämtheiten bald zur Selbsthilfe griffen - besonders nachdem sich die Gerichte nicht rührten - ist kein Wunder. Bald begann man, Drahtzäune zu zerschneiden, Wasserlöcher zu vergiften und Weiden in Brand zu setzen. Ursprünglich wollte man es bei diesen Maßnahmen belassen. Außerdem wurden Anfangs auch nur Zäune zerschnitten, die Durchgangsstraßen blockierten. Später jedoch kamen noch andere Gründe hinzu. So waren Viehdiebstahl, Rache und Hass gegenüber den Landbesitzern häufige Motive, Zäune zu zerstören und bewaffnete Auseinandersetzungen zu führen. Es gab nur wenige Fälle, bei denen sich beide Parteien einigten, indem sie die Wasservorräte gemeinsam nutzten. Und in diesen Fällen wurde schlagartig weder Vieh gestohlen, noch Zäune zerschnitten. Die Ausmaße der Zerstörung und gewalttätigen Auseinandersetzungen nahmen schließlich so zu, dass am 8. Januar 1884 neue Gesetze geschaffen wurden, die das Zerschneiden von Zäunen unter Strafe stellen. Aber auch Verstöße gegen unerlaubtes Einzäunen wurden geahndet. Schließlich war die Dürre im Frühjahr des Jahres 1884 beendet, und die Gemüter beruhigten sich auf beiden Seiten etwas. Dennoch wurde das Zäune zerschneiden in der Folgezeit fortgesetzt. So gab es einen Fall, in dem der Sheriff des Navarro-Countys zum einen als Zaunschneider tätig war, zum anderen den Geschädigten die Stacheldrahtzäune lieferte und zum dritten Viehdieben Tips gab, wofür er selbstverständlich belohnt wurde. Im Jahre 1898 ereigneten sich die letzten Zaunschneidekriege, die durch Texas-Rangern beendet wurden.
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