Die Rinderstädte Wichita

Neben Abilene, Ellsworth und Newton war Wichita eine weitere Rinderstadt, die ihren Höhepunkt in den Jahren 1873 und 1874 hatte. Wichita war etwas komfortabler eingerichtet als die anderen Städte. So gab es hier neben den zahlreichen Saloons auch ein Theater, ein Biergarten und zwei Kirchen. Die beiden bekanntesten Saloons waren die von Rowdy Joe Lowe und John Beard, die sich allerdings nicht direkt in Wichita, sondern am anderen Ufer des Arkansas in Delano befanden. Anfangs wurde die Stadt ständig von einer texanischen Bande unter der Führung von Haurrikane Bill Martin terrorisiert. Nachdem die Bürger eine Vigilantentruppe gebildet hatten, bat der Marshal den Staatsanwalt, den Anführer Bill Martin zu verhaften. Das tat dieser auch und entgegen allen Erwartungen, gab Bill Martin seine Waffen ab, und ließ sich mit fünfzehn weiteren Männern einsperren.


Neben einigen Revolvergefechten gab es auch zwischen den Saloonbesitzern Lowe und Beard eine Auseinandersetzung. Nachdem Lowes Saloon beim Publikum immer beliebter wurde, kam Beard auf die Idee dem ein Ende zu setzen. Er versammelte seine Freunde, ging zum Saloon seines Konkurrenten und eröffnete sofort das Feuer. Die erste Kugel traf ein Mädchen, dass verletzt wurde. Beard und Lowe verletzten sich gegenseitig schwer, ein Mann wurde getötet. Ansonsten war Wichita im Kampf gegen die Kriminalität erfolgreicher als die anderen Rinderstädte. Das lag zum einen am harten durchgreifen von Marshal Mike Meagher, unter dessen Führung auch Wyatt Earp als Policeman diente, zum anderen wurde die Kriminalität schon dadurch gering gehalten, indem man die Cowboys im Gegensatz zu Abilene, Ellsworth und Newton gewähren ließ. Statt die Polizeitruppe zu verstärken und Gefängnisse zu bauen, ließ man die Männer in Ruhe. Zwar waren die Männer wild und laut, dennoch zeigte sich, dass sie freundlich und friedfertig waren, und das sie nur Interesse an ihrem Vergnügen hatten, solange sie sich in der Stadt aufhielten. Wichita erlebte einen verhältnismäßig bescheidenen Rinderhandel. Das lag einmal an dem schlechten Frühling im Jahre 1873. Durch den vielen Regen in diesem Jahr führten die Flüsse Hochwasser. Das erschwerte das Rindertreiben ungemein. Dann gab es den Schwarzen Freitag an der New Yorker Börse, durch den die Rinderpreise rapide in den "Keller" gingen und viele Ranger und Banken bankrott machten. So hielten viele Texasrancher ihre Herden erst zurück und warteten ab. Erst 1875 erholte sich der Rinderhandel wieder und das Herdentreiben erlebte eine Blütezeit wie nie zuvor.

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