Immer dann, wenn im Wilden Westen Städte entstanden - sei es im Zuge des Goldrausches oder durch die Viehwirtschaft - dauerte es nicht lange, bis hier Trinkhallen, Tanzbars und Bordelle eröffnet wurden. Anfangs bestanden diese Etablissements nur aus Zelte oder einfache Bretterbuden bzw. Blockhäuser. Später ver-kleidete man die Front der Gebäude mit einer übertrieben großen Fassade, um den Eindruck von Größe und Luxus zu erwecken. Dahinter verbarg sich aber weiterhin nur eine einfache Bretterbude. Erst nach 1840 wurde bei der Bevölkerung vermehrt der Begriff Saloon benutzt. Das Wort kommt aus dem französischen und heißt zuviel wie "Salon". In den Saloons, die nach 1870 komfortabler eingerichtet waren, gab es eine Bar aus Edelholz, die mit barocken Ornamenten verziert war. Hinter der Bar befand sich meistens ein Kristallspiegel, vor dem die Getränkeflaschen aufgestellt wurden. Diese Einrichtung bezeichnete man als "Altar".


Es gab keinen Saloon, in dem sich nicht mindesten ein Spucknapf befand, da fast jeder Cowboy bzw. Goldgräber Tabak kaute, der dann zielsicher in die Näpfe hineingespuckt wurde. Getrunken wurde in den Saloons meisten Whisky oder Bier, das von der Brauerei Budweiser gebraut wurde und für das diese Firma mit einem Bild Reklame machte, auf dem General Custer in Heldenpose abgebildet war. Dieses Bild hing hinter jeder Theke eines Saloons. Je mehr Saloons sich in einer Stadt befanden - und das konnten weit über 120 Stück sein - , desto mehr wurde diese als Wohlhabend angesehen. So galt die Anzahl als Gradmesser für den Aufschwung der Stadt, da bei vielen Saloons häufig das Bargeld seinen Besitzer wechselte. Meistens wurden die Saloons mit Kredite finanziert, die die Besitzer von Syndikate aus dem Osten erhalten haben. Da für die Kredite aber unverschämt hohe Zinsen verlangt wurden, teilten die Besitzer ihre gesamten Etablissements in Bezirke auf, die dann wiederum gegen hohe Mieten verpachtet wurden.


In der Regel bestanden die Gäste nur aus Weiße. Indianern war es per Gesetzt verboten, einen Saloon zu betreten. Auch Chinesen spielten mit ihrem Leben, wenn sie es wagten, diese Stätte aufzusuchen. Schwarze wurden ausnahmsweise geduldet, wenn sie zu einer Cowboytruppe gehörten. Obwohl man Soldaten den Zutritt in einem Saloon nicht verweigern konnte, wurden sie hier auch nicht gerne gesehen. Männer, die auf Befehle hören und dabei stramm stehen, waren bei den Cowboys verpönt. Außerdem übernahmen Soldaten häufig Polizeiarbeit, wodurch sie sich auch nicht gerade beliebt machten.


Die einzigen, die man wirklich sehr Willkommen hieß, waren Animiermädchen, die gegen eine Provision die Männer in die Lokale locken sollten. Die bunten Kleider, wie man sie aus den zahlreichen Westernfilmen kennt, hatten diese Frauen aber nicht an. Sie trugen vielmehr lange, dunkele, hochgeschlossene Kleider, und erinnerten eher an brave Kirchgängerinnen als an Prostituierte.


Brave Kirchgängerinnen waren es aber schließlich, die sich gegen den "Hang zur unbeherrschten Sauferei" auflehnten. Sie schlossen sich im Kampf gegen dieses Laster zusammen und erreichten später, das Alkohol, Prostitution und Glückspiel für ungesetzlich erklärt wurden.



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