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Christopher (Kid) Carson wurde am 24. Dezember 1809 auf einer Farm im Madison County, Kentucky, geboren.
Ein Jahr später gingen seine Eltern mit ihm nach Missouri, genauer gesagt nach Franklin Township im Howard County.
Hier war einer der Depotplätze für die Handelsfrachtkarawanen, die vom Missouri-River aus nach Santa Fé ausgerückt waren, um dort Waren und insbesondere Pelze abzuholen. Von den Erzählungen der Trapper und Pelztierhändler über den Westen, über dessen Freiheit und Schönheit und von dem besseren Leben, das es dort geben soll, ließ sich Carson so beeindrucken, dass er im Alter von 16 Jahren seine Eltern verließ, und nach Santa Fé ging. Bevor er sich im August 1828 dem Mountain Man Ewing Young anschloss um Trapper zu werden, arbeitete er bei dem Frachtwagenführer Charles Bent drei Jahre lang als Wagenlenker und Koch von Frachtwagentrecks. Young und Carson jagten dann bis zum Frühjahr 1830 in Kalifornien Pelztiere. Während dieser Zeit wurde Kid Carson zum erfahrenen Mountain Man und Pelztierjäger. In der Folgezeit stellte er zusammen mit dem berühmten Mountain Man Thomas Fitzpatrick am Bear River seine Fallen auf und schloss sich dann im Frühjahr 1834 der Trapperbrigade von Jim Bridnem an, mit der er dann im Blackfeet-Land auf Pelztierjagd ging. Im Jahre 1835 lebte er mit einer Arapaho-Indianerin zusammen, die jedoch kurz nach der Geburt der Tochter starb. Um seinem Kind eine schulische Ausbildung zu ermöglichen, schickte er sie zu seinen Verwandten nach Missouri. Erst im Frühjahr 1842 sah Carson seine inzwischen sechsjährige Tochter wieder.
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Zuvor stand er im Dienste der Pelzhandelskompanie "Bent & St. Vrain", die am Arkansas-River einen Handelsposten errichtet hatte. Diese Arbeit musste er übernehmen, da die Pelztierjagd immer schwieriger wurde. Es gab kaum noch gute Pelze und die Preise hierfür sanken immer tiefer. Von seiner zweiten Frau "Making Out Road" - sie war eine Cheyenne und gebar ihm einen Sohn, der aber kurz nach der Geburt starb - ließ er sich scheiden, oder besser gesagt, sie sich von ihm, indem sie ihm nach alter Sitte seine Habseligkeiten vor die Tür warf.
Als ein gewisser Lieutenant John Charles Frémont von der Regierung den Auftrag bekam, eine Forschungsexpedition in den fernen
Westen zu unternehmen, engagierte er den erfahrenen Mountain Man Kid Carson als Führer. Frémont hatte die Aufgabe, die Route des Oregon
Trails für die Siedlertrecks zu kartographieren. Die Route führte zum South Pass und durch die Rocky Mountains. Als Frémont in den Osten zurückkehrte, wurde er als nationaler Held gefeiert. Kid Carson heiratete am 6. Februar 1843 in Taos die Mexikanerin Josefa Jaramillo, unternahm allerdings danach noch zwei weitere Expeditionen mit John Frémont, der 1846 von Carson bei einem Indianerüberfall gerettet wurde.
Nachdem er im Jahre 1848 gegen Ende des Mexikokrieges nach New Mexiko zurückkam und dort für einige Zeit eine Scharffarm betrieben hatte, wurde er 1853 zum Indianeragenten ernannt. In diesem Amt war er für die im Reservat lebenden Indianer zuständig, speziell für die Ute- und Jucarilla-Indianer. Als der Bürgerkrieg ausbrach, gab er diesen Posten auf und wurde nach einiger Zeit bei der US-Armee zum Colonel ernannt. Carson konnte kaum lesen und schreiben und hatte auch keine formale Ausbildung. Daher fühlte er sich in seiner Funktion als hoher Armeeoffizier gegenüber seiner Kollegen unterlegen. Er versuchte dennoch das beste daraus zu machen und passte sich so gut es ging an.
Aber jetzt verwandelte sich Kid Carson von einem friedfertigen Mountain Man, der die Indianer respektiert hatte, zu einem brutalen Indianerkämpfer. Ohne zu zögern und ohne Kritik führte er den Befehl von General James Henry Carleton aus, gegen die Indianer des Südwestens, insbesondere die Apachen und die Navahos, vorzugehen. Alle Männer sollten getötet, und Frauen und Kinder gefangen genommen werden. Nachdem Carson 1862 am Rio Bonito sein Hauptquartier Fort Stanton errichtet hatte, begann er seinen Feldzug gegen die Apachen. Dabei trieb er die Mescaleros-Apachen so weit in die Enge, dass sie schließlich kapitulierten und sich in das Bosque Redondo Reservat bei Fort Summer deportieren ließen, einem lebensfeindlichen Gebiet, in dem sie keine Chance hatten zu überleben.
Fortsetzung Seite 3
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Im Februar 1863 ritt Carson mit seiner Kompanie zum zweitenmal aus, um diesmal die Navahos zu unterwerfen. Dabei ließ er sämtliche Plantagen, Maisfelder und Lebensmittel zerstören, und alle Pferde und Schafe rauben. Auf diese Weise wollte er die Indianer aushungern, was ihm auch gelang. Die Häuptlinge Barboncito und Delgadito waren die ersten, die sich ergaben. Diejenigen, die sich Anfang 1864 noch im Canon de Chelly versteckten, wurden von Carsons Kanonen bezwungen.
Schließlich wurde das Volk der Navaho ebenfalls in das Reservat am Pecos-Fluss deportiert. Auf den Weg dorthin starben viele alte Menschen und Kinder. Die Bedingungen in diesem Reservat waren für die Überlebenden so unerträglich, das ein Viertel der Menschen innerhalb weniger Jahre an Unterernährung, Pest und Cholera starb. Erst als man einsah, dass auf dem trockenen und unfruchtbaren Boden dieses Ortes der beste Ackerbauer nichts ernten konnte, lenkte die US-Regierung ein und gestattete 1868 achttausend Navahos die Rückkehr in ihr eigenes Land. Das Ende der Navaho und ihr langer Leidensweg ist bis heute mit dem Namen Kid Carson verbunden.
Um gegen die ständigen Beutezüge und Überfälle der Kiowa und Comanchen anzugehen, überfiel Kit Carson am 25. November 1864 mit seinen über dreihundert Soldaten ein Lager der Kiowa-Apachen in der Nähe von Adobe Walls. Diese konnten jedoch die US-Truppen mit Hilfe der eilig herbei kommenden Comanchen und Kiowa zurückdrängen. Die Männer von Kit Carson suchten daraufhin in Adobe Walls Schutz, wurden aber von den Indianern weiter in die Berge zurückgedrängt. Hier konnten sie sich dank zweier mitgeführter Zwölfpfünder-Berghaubitzen erfolgreich zur Wehr setzten und dem sicheren Tot entgehen. Das war Kid Carsons letzte und auch wohl größte Schlacht.
Im Mai 1865 richtete Kid Carson ein Armeecamp am Cimarron Desert Trail ein, das zum Schutz der Handelstrecks nach Santa
Fé gegenüber den Indianern dienen sollte. Hier stand er nicht mehr unter dem Einfluss von General Carleton, und so wurde aus dem Indianerkämpfer wieder ein etwas menschlicherer Typ. Jetzt gelang es ihm auch, einige einflussreiche Häuptlinge zu Friedensverträge zu überreden. Nachdem er am 11. August 1866 zum Kommandanten von Fort Garland ernannt wurde, nahm er nach ca. einem Jahr seinen Abschied von der Armee. Am 13. April 1868 schenkte ihm seine Frau Josefa eine Tochter, starb aber 10 Tage später an Kindbettfieber. Kid Carson war selber schwer Krank. Er wusste, dass seine Zeit gekommen war. Am 23. Mai 1868 - ca. einem Monat nach dem Tod seiner Frau - starb Kid Carson im Alter von 58 Jahren friedlich in seinem Haus in Taos.
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Die Mountain Men
Daniel Boone/
Jedediah Smith/
Jim Bridger/
Joe Walker/
John Colter/
Kid Carson/
Thomas Fitzpatrick
Aufbruch in den Westen
Forscher und Entdecker/
Die Mountain-Men/
Die Siedler/
Der Goldrausch/
Schiene, Pferd und Kutsche
Aufbruch in den Westen/
Banden und Banditen/
Recht und Gesetz/
Die Revolvermänner/
Die Frauen im Wilden Westen/
Die Waffen im Wilden Westen/
Tombstone/
Viehwirtschaft/
Der amerikanische Bürgerkrieg/
Die Indianerstämme/
Die Häuptlinge/
Der Alltag der Indianer/
Die Religion der Indianer/
Die Indianer und der Krieg/
Buffalo Bill
© 2000-2003, by Manfred Schmetkamp
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