Irvin McDowell (Union) wurde im Jahre 1818 nahe Columbus (Ohio) geboren. In Frankreich erhielt er seine Schulausbildung an dem College de Troyes. Im Jahre 1838 absolvierte er die Militärakademie in West Point. Bevor McDowell zwischen 1841 und 1845 in West Point als Ausbilder unterrichtete, diente er während der Grenzstreitigkeiten zwischen Kanada und den USA an der Grenze bei Niagara. Seine ersten Kampferfahrungen sammelte er im Mexikokrieg. Danach gehörte er zum Stab von General Winfield Scott und diente hier bis zum Ausbruch des Krieges im Kriegsministerium. McDowell war ein intelligenter, aber auch jähzorniger und unhöflicher Zeitgenosse. Er trank zwar keinen Alkohol, aß aber dafür umso mehr. In Gesellschaft gehörte er nicht gerade zu den Leuten, mit denen man sich gut unterhalten konnte. Dazu war er viel zu sehr in seinen Malzeiten vertieft. McDowell machte ungewöhnlich schnell Karriere. Beinahe über Nacht wurde er vom Major zum Brigadegeneral befördert, und in dieser Eigenschaft übernahm er daraufhin die Potomac-Armee, bestehend aus 30000 Soldaten. Der Grund für seinen schnellen Aufstieg war, dass er zum einen die dafür wichtigen Politiker kannte, zum anderen genoss er das Ansehen von Winfield Scott. Außerdem standen Präsident Lincoln zum diesem Zeitpunkt keine Generäle zur Verfügung, die nach dessen Meinung für den Posten geeigneter gewesen wären.


Ca. 3 Monate nach dem Angriff der Konföderierten auf Fort Sumter, forderten die Unionisten eine Invasion auf eine Südstaaten-Armee, die einen Eisenbahnknotenpunkt in Nord-Virginia besetzt hielt, der Manassas genannt wurde. Präsident Lincoln, der dieser Mission zustimmte, übertrug McDowell diese Aufgabe.


McDowells Plan war zum einen, den Eisenbahnknotenpunk bei Manassas anzugreifen, der von 20000 Südstaaten-Soldaten verteidigt wurde und unter dem Kommando von General Beauregard standen. Zum anderen sollte gleichzeitig Harpers Ferry im Norden des Shenandoah-Tals eingenommen werden, das von General Joseph E. Johnstons Soldaten gehalten wurde. Diese Aufgabe sollte der 69-jährige General Robert Patterson mit seinen 15000 Soldaten übernehmen. Zweck dieses Manövers war, Johnston davon abzuhalten Beauregard zur zu Hilfe eilen.


Was folgte war die Schlacht von Manassas, die am 21. Juli 1861 stattfand und am Ende für die Union eine Niederlage einbrachte. McDowells Plan war zwar gut, seine Soldaten waren jedoch zu unerfahren und zu langsam. Und so hatte General Beauregard genügend Zeit, seine Soldaten an den Übergängen eines Baches in Stellung zu bringen, der Bull Run genannt wurde. Zunächst schien es jedoch, dass McDowells einen Sieg erringen würde. Zwei Dinge sprachen dafür: Zum einen waren die Yankees zahlenmäßig stärker, zum anderen benutzten sie bei der Überquerung des Bull Runs Übergänge, die von den Konföderierten schwach oder gar nicht besetzt waren. Das hatte zur Folge, dass die Konföderierten zunächst immer weiter zurückgedrängt werden konnten.


Das die Yankees dann doch nicht gewonnen haben, lag wiederum an zwei Dinge: Zum einen hatten die Konföderierten sich auf einen Hügel - dem Henry Hill - zurückgezogen, von wo aus sie eine bessere Position zur Verteidigung hatten. Zum anderen hatte Beauregard den größten Teil seiner Soldaten an die falschen Übergänge positioniert. Eigentlich ein Fehler, aber die Soldaten wurden dadurch nicht in Kämpfe verwickelt und waren daher noch "unverbraucht". Und so konnten sie nach und nach als Verstärkung herbeigerufen werden. Und auch Johnston gelang es, Pattersons Linie zu durchbrechen, um zur Hilfe zu eilen.


Bald kämpften genau so viele Südstaatler auf dem Schlachtfeld wie Nordstaatler. Der Unterschied war nur, dass die nachrückenden Soldaten des Südens ausgeruht, während die Unions-Soldaten durch die vielen Gefechte erschöpft waren. So kam es, dass eine große Anzahl von Unions-Soldaten die Flucht ergriffen, was die anderen Regimenter, die das beobachteten, entmutigte und dazu veranlasste, ebenfalls die Flucht zu ergreifen.


Der glücklose McDowell wurde nach dieser Niederlage durch General McClellan ersetzt, unter dem er dann diente, und eines von 5 Korps aus dessen Armee befehligte. Danach übernahm er im Jahre 1862 als Generalmajor den Auftrag, die Stadt Washington zu schützen. Als General McClellan im Mai 1862 vor Richmond stand, zögerte dieser mit einem Angriff, da er noch auf McDowells 35000 Soldaten als Verstärkung wartete. Als General "Stonewall" Jackson jedoch im Shenandoahtal ein Ablenkungsmanöver durchführte, ging Präsident Lincoln darauf ein und befahl McDowell, den Vormarsch nach Richmond zu stoppen und zwei Divisionen in dieses Tal zu schicken. McDowell befolgte den Befehl, allerdings nur wiederwillig.


Im August 1862 übernahm er das Kommando über das 3. Korps der Virginia-Armee, die wiederum von General John Pope befehligt wurde. Unter dessen Kommando kämpfte er dann am 29. und 30.08.1862 bei der zweiten Schlacht von Manassas. Aber auch hier hatte McDowell kein Glück. Die schlechte Führung von General Pope und die Weigerung McClellans, Pope mit seiner Armee zu unterstützen, waren Verantwortlich für eine erneute Niederlage.


McDowels Division hatte in dieser Schlacht kaum gekämpft. Sie war scheinbar nur die ganze Zeit auf der Suche nach dem Feind. Erst bei Einbruch der Dunkelheit lieferten sich ein paar Regimenter einige kleinere Gefechte. Die Soldaten machten schließlich Pope und McDowell für die Niederlage verantwortlich. Pope und McDowell wiederum zogen McClellan zur Verantwortung, womit sie nach Ansicht der Regierung auch recht hatten.


Lincoln hielt jedoch zu McClellan, wenn dieser auch mit seinem ignoranten Verhalten nicht einverstanden war. Popes Armee hingegen wurde nun mit McClellans Potomac-Armee vereinigt. Pope selber wurde zur Befriedung der Indianer nach Minnesota geschickt, und McDowell wurde seines Kommandos enthoben und nach Kalifornien versetzt. Dieser ließ sich das aber nicht gefallen und forderte den Einsatz einer Untersuchungskommission, die ihn daraufhin entlastete. So blieb er als Berufsoffizier in Amt und Würden, kämpfte aber nicht mehr in einer Schlacht des Bürgerkrieges. Erst im Jahre 1882 verließ er die Armee. Irwin McDowell starb am 5. Mai 1885 in San Francisco.

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