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Im März 1864 wurde General Grant von Präsident Lincoln zum Oberbefehlshaber der gesamten Unionsarmeen und gleichzeitig zum Generalleutnant ernannt.
General Halleck, der zuvor das Amt des Oberbefehlshabers bekleidet
hatte, wurde Stabschef, womit er auf seiner Karriereleiter eine Sprosse tiefer treten musste. General Sherman wiederum übernahm das Amt von General Grant und wurde Befehlshaber über die westlichen Armeen.
Kaum hatte Grant sein Amt erhalten, schmiedete er auch schon neue Kriegspläne, nach denen die einzelnen Armeen an den verschiedensten Fronten koordiniert vorgehen sollten. Der Feind sollte an allen Fronten gleichzeitig beschäftigt werden, um eine gegenseitige Unterstützung zu unterbinden. Er wollte seinen Armeen in Zukunft keine Ruhepause mehr gönnen. Sherman war der erste, der von Grant einen Befehl erhielt. Er sollte der konföderierten Armee, die sich nach ihrer Niederlage bei Chattanooga nach Georgia zurückgezogen hatte und nun von General Joseph Johnston befehligt wurde, folgen und möglichst viel Schaden anrichten. Danach sollte er so weit wie Möglich in feindliches Gebiet vordringen, am besten bis nach Atlanta, um die Stadt zu besetzten. Es sei an dieser Stelle schon erwähnt, dass es Sherman gelang, den Feind zu bezwingen, allerdings erst einige Monate später.
Grant selber hatte vor, sich mit General Meade - dem Befehlshaber der Potomac-Armee - in Virginia zu treffen, um direkt gegen Lees Armee anzugehen. Was folgte, war am 5. und 6. Mai die Schlacht in der so genannten Wilderness, einem dicht bewachsenem Waldstück (Siehe Seite: Die Wilderness).
Fortsetzung Seite 2
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Grand hatte aber noch weitere Vorstöße im Auge. Zum einen sollte zunächst die Stadt Mobile im Süden
Alabamas eingenommen werden, um anschließend von hier aus weiter nach Norden zu stoßen. Hier sollten dann die konföderierten Truppen daran gehindert werden, Johnston Armee in Georgia zu verstärken.
Für diese Aufgabe betraute er Nathaniel Banks, einem General, der
eigentlich aus der Politik kam und somit politischen Einfluss hatte.
Aus diesem Grunde hätte Grant keine Möglichkeit gehabt ihn abzusetzen, wenn er es gewollt hätte. Das gleiche galt für General Benjamin Butler, der sich mit seiner Armee
in Virginia befand. Er hatte die Aufgabe, den James River
hinaufzufahren, um die Hauptstadt Richmond zu bedrohen. Zuvor sollte er die Eisenbahnlinie zwischen Richmond und Petersburg unterbrechen, um die Verbindung zwischen den beiden Städten zu stören.
Der letzte, der einen Befehl von Grand in Empfang nahm, war Divisionskomandeur Franz Sigel, ebenfalls ein Politer. Dieser befand sich mit seinen Truppen im Shenandoahtal (Virginia). Hier sollte er den Feind an sich binden und Lees Verbindungslinien unterbrechen, um eine Verteidigung Richmonds zu verhindern.
Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn die drei Generäle in der Politik geblieben wären, denn keiner von ihnen war in der Lage, seinen Auftrag erfolgreich auszuführen.
General Banks hatte von der Administration die Anweisung bekommen, erst einmal den Red River in Louisiana mit den Kanonenbooten aufwärt zu fahren, um den politischen Einfluss der Union zu erweitern.
Man hielt es für wichtiger, in diesem Gebiet Baumwolle zu beschlagnahmen und privates Eigentum zu zerstören.
Bei einer dieser Attacken wurden die Unionssoldaten aber von einem gewissen Richard Taylor gestört. Es war der 8. April 1864, als Taylor es schaffte, die Yankees bis zu ihrem Stützpunkt zurückzudrängen. Als er allerdings am anderen Tag einen weiteren Angriff starten wollte, musste er vor der massiven Gegenwehr des Gegners zurückweichen. Banks hatte es noch einmal geschafft. Danach vergingen mehrere Wochen, da der General zum einen auf Verstärkung wartete, zum anderen auf einen höheren Wasserstand des Red Rivers oberhalb der Stromschnellen bei Alexandria. Dieser war für die Jahreszeit ungewöhnlich tief, und Banks befürchtete, dass die Kanonenboote auf Grund laufen würden. Als die Verstärkung ausblieb und der Wasserstand sich nicht änderte, gab Banks den Befehl zum Rückzug.
Fortsetzung Seite 3
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Am 26. Mai 1864 kehrte Banks nach Süd-Louisiana zurück. Jetzt hätte er nach Osten in Richtung Mobile schwenken müssen. Doch es war zu spät. Das, was Grant verhindern wollte, trat nun ein: Joseph Johnstons Armee wurde durch 15000 Mann verstärkt. Nach dieser Pleite wurde Banks seines Postens enthoben.
Bankīs Mission: Geographische Lage
Auch Butler schaffte es nicht, eine relativ leichte Aufgabe zu meistern. Er verfügte über 30000 Soldaten, mit denen er den James River hinauf fuhr. Zwischen Petersburg und Richmond machte er am 5. Mai halt. Wenn er nun entschlossen und energisch darangegangen wäre, die Bahngleise zwischen den beiden Städten zu sabotieren, hätte er ein leichte Spiel gehabt, Richmond zu erobern. Denn die Konföderierten, die unter dem Kommando von General Beauregard standen, waren zahlenmäßig weit unterlegen.
Nur 5000 Soldaten standen zur Verteidigung bereit, und zwar für beide Städte. Butler hatte es aber nicht besonders eilig. Er ließ sich mit der Zerstörung Zeit, so dass nur wenige Bahngleise unbrauchbar gemacht wurden. Als Butler sich dann endlich dazu aufraffte, am 12. Mai den Befehl zum Vormarsch auf Richmond zu geben, hatten Beauregard die Truppen in der Stadt schon längst verstärkt.
Vier Tage später - am 16. Mai 1864 - waren es dann nicht die Yankees, die zum Angriff übergingen, sondern die Konföderierten. Es kam zu einer Schlacht bei Drewryīs Bluff, 13 Kilometer südlich von Richmond entfernt, bei der beide Seiten schwere Verluste zu verbuchen hatten.
Schließlich konnten die Yankees zurückgetrieben werden, und zwar bis zu einer Landenge zwischen dem James und dem Appomattox River. Hier hatten sie zuvor Schützengräben angelegt, in denen sie nun vor den Südstaatlern Schutz suchten. Diese hatten die Verfolgung aufgenommen und sich ebenfalls in Schützengräben verschanzt.
Fortsetzung Seite 4
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Jetzt hatte Butler keine Möglichkeit mehr, einen weiteren Vorstoß zu wagen, denn seine Truppen hatten sich festgesetzt oder wie Grant es ausdrückte, sie waren versiegelt, wie in einer festverkorkten Flasche.
Butlerīs Mission: Geographische Lage
Sigelīs Mission: Geographische Lage

Einen Tag zuvor - am 15. Mai - hatte Sigel im Shenandoahtal ebenfalls eine Niederlage verbuchen müssen. Sein Ziel war die Einnahme der Stadt Staunton, da General Lee hier ein Nachschubdepot hatte. Bevor Sigel die Stadt jedoch erreichte, wurden seine 6500 Mann bereits bei New Market von 5000 konföderierte Soldaten zurückgeschlagen. Das einzigste, was Sigel nun "erfolgreich" unternahm, war ein geordneter Rückzug, etwas, was er nach Grants Ansicht am besten konnte. Wie Banks, wurde auch Sigel daraufhin seines Postens enthoben.
Fortsetzung Seite 5
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